Ein besonderer Abend für eine aussergewöhnliche Weinpersönlichkeit
Vor einem Jahr feierten wir den 100. Geburtstag von May-Eliane de Lencquesaing, besser bekannt als Lady May. Nun schrieb ihre aussergewöhnliche Weinreise ein weiteres Kapitel in der Schweiz.
Am 13. Juni 2026 stand Lady May im Mittelpunkt des Sommer-Chapitres der Commanderie de Bordeaux Suisse Romande im Hôtel des Trois Couronnes in Vevey. Gemeinsam mit ihrem Enkel Maxime Bureau traf sie auf Weinliebhaberinnen und Weinliebhaber, die nicht nur grosse Weine, sondern auch die Geschichten dahinter schätzen.
Der Abend verband zwei Welten, die kaum enger miteinander verknüpft sein könnten: Pauillac in Bordeaux und Stellenbosch in Südafrika.
Was ist die Commanderie de Bordeaux Suisse Romande?
Die Commanderie de Bordeaux Suisse Romande ist eine traditionsreiche Westschweizer Vereinigung für Bordeaux-Weinkultur. Im Mittelpunkt stehen besondere Verkostungen, kulinarische Begegnungen und der Austausch rund um grosse Weine aus Bordeaux.
Die sogenannten Chapitres sind festliche Treffen, bei denen Wein, Geschichte und Gastfreundschaft zusammenkommen. Dass Lady May dort als Ehrengast willkommen geheissen wurde, passt deshalb perfekt. Ihr Lebensweg verbindet Bordeaux und Südafrika auf einzigartige Weise.
Von Pichon Comtesse nach Glenelly
May-Eliane de Lencquesaing prägte während Jahrzehnten Château Pichon Longueville Comtesse de Lalande in Pauillac. Mit ihrer klaren Vision und ihrem kompromisslosen Qualitätsanspruch machte sie das Château zu einer der grossen Adressen des linken Bordeaux-Ufers. Doch ihre Geschichte endete nicht in Frankreich. 2003 begann sie im Alter von 78 Jahren ein neues Abenteuer in Südafrika und übernahm Glenelly Estate in Stellenbosch. Dort wollte sie nicht einfach Bordeaux kopieren, sondern französische Erfahrung mit dem besonderen Charakter südafrikanischer Böden, Lichtverhältnisse und Reben verbinden.
So entstand Glenelly. Ein Weingut mit Bordeaux-Seele und klarer südafrikanischer Herkunft.
Ein Abend zwischen Erinnerung und Zukunft
In Vevey wurde diese Verbindung auf besonders schöne Weise spürbar. Gereifte Weine von Château Pichon Comtesse de Lalande trafen auf Glenelly Weine aus Stellenbosch. Unter anderem standen ein Glenelly Reserve Chardonnay, Lady May 2019 und ein Glenelly Estate Reserve auf dem Programm.
Es war keine gewöhnliche Degustation, sondern eine Reise durch mehrere Jahrzehnte Weinbaugeschichte. Von den grossen Klassikern aus Pauillac bis zu den charaktervollen Weinen vom Simonsberg zeigte sich, wie viel Haltung, Geduld und Persönlichkeit in einem grossen Wein stecken können.
Lady May: Das Herzstück von Glenelly
Der Lady May ist der Flagship-Wein von Glenelly und trägt den Namen seiner Gründerin nicht zufällig. Der Cabernet-Sauvignon-geprägte Bordeaux Blend steht für Präzision, Eleganz, Struktur und Reifepotenzial.
Er vereint die klassische Handschrift Bordeauxs mit der Kraft und Frische von Stellenbosch. Dunkle Beeren, Cassis, feine Würze, Zedernholz und ein engmaschiges Tanninbild prägen seinen Stil. Ein Wein, der nicht auf schnelle Wirkung setzt, sondern sich mit Zeit immer weiter öffnet. Genau das macht ihn zu einer passenden Hommage an Lady May. Klar in der Haltung, anspruchsvoll in der Umsetzung und gemacht für besondere Momente.
Glenelly als Vermächtnis mit Zukunft
Glenelly steht heute für eine Weinphilosophie, die Herkunft und Präzision verbindet. Die Weine sind vom südafrikanischen Terroir geprägt, tragen aber zugleich jene elegante Struktur, die Lady May aus Bordeaux mitgebracht hat. Der Abend in Vevey hat gezeigt, dass Glenelly längst seinen eigenen Platz in der Welt grosser Weine gefunden hat. Nicht als Nachahmung von Bordeaux, sondern als eigenständige Stimme aus Stellenbosch.
Lady May bleibt dabei weit mehr als ein Name auf dem Etikett. Sie steht für Mut, Neugier und die Überzeugung, dass man auch mit grosser Erfahrung immer wieder neue Wege gehen kann.
Eine Geschichte, die weitergeht
Der Empfang bei der Commanderie de Bordeaux Suisse Romande war deshalb mehr als eine Hommage an eine grosse Persönlichkeit. Er war ein Zeichen dafür, dass Wein Menschen, Regionen und Generationen verbinden kann.
Von Pauillac nach Stellenbosch, von Frankreich nach Südafrika und nun zurück in die Schweiz. Die Geschichte von Lady May und Glenelly zeigt, wie aus einer klaren Vision ein Weingut mit internationaler Ausstrahlung entstehen kann.


